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Ratgeber über Insektenhotels und Nützlingsunterkünfte

Insektenhotel mit Lehm befüllen: Darum ist er so beliebt

Lehm eignet sich in Nützlingsbehausungen nahezu als ideale Füllung. Viele Insekten nutzen dieses Material, um sich Nistgänge zu bauen oder in vorgefertigten Gängen ihre Eier abzulegen. Dieser Artikel beschäftigt sich daher mit den Fragen, warum Sie Ihr Insektenhotel mit Lehm füllen sollten und wie Sie das am besten anstellen. Außerdem erhalten Sie allgemeine Informationen zu diesem Baumaterial und welche Insekten speziell darauf „abfahren“.

Was ist Lehm und welche Vorteile hat er?

Lehm ist einer der (wenn nicht der) älteste Baustoff überhaupt. Es handelt sich bei diesem Baumaterial um eine Verbindung aus Ton, Schluff und Sand.

Lehmwand

Eine Lehmwand mit kleinen Spalten und Rissen – ideal für Wildbienen, die darin Gänge bauen und Eier ablegen können.

Bei vielen Insekten ist er aufgrund dieser Zusammensetzung äußerst beliebt – und hat unter anderem diese Vorteile:

  • Lange Lebensdauer
  • Diffusionsoffen
  • Kein Sondermüll
  • Hygienisch unbedenklich
  • Wiederverwendbar

Für die Bauwirtschaft sind noch eine Reihe anderer Vorteile maßgebend (Schallschutz, Energieeffizienz, etc.), die aber bei einer Nützlingsunterkunft* eher untergeordnet eine Rolle spielen.

Leider kommt Lehm aufgrund anderer Baumaterialien immer weiter in das Hintertreffen. Das führt unter anderem auch dazu, dass Nützlinge immer seltener natürliche Nistplätze vorfinden können. Umso wichtiger ist es meiner Ansicht nach, dass Lehm auch in Insektenhotels verbaut wird.

Wie wird Lehm im Insektenhotel als Füllung genutzt?

Nicht jeder Lehm eignet sich als Füllung im Insektenhotel. Wildbienen siedeln sich vor allem dort an, wo sie auch Gänge graben können. Der natürliche Lebensraum für diese Insekten ist der weiche Löss-Lehm, in denen sie problemlos Gänge graben können. Harter, toniger Lehm ist daher ungeeignet und hat bestenfalls dekorativen Charakter.

Fertige Lehmziegel mit Bohrungen sind auch oft ungeeignet. Der Grund ist, dass hier oft scharfkantige Öffnungen entstehen, bei denen sich Bienen beim Hinein- bzw. Hinausgehen verletzen können. Solche Unterkünfte werden aus diesem Grund oft erst gar nicht angenommen. Ebenso wenig nützlich ist es, einen normalen Mauer-Lochziegel einfach mit Lehm zu verschmieren.

Lehm Insektenhotel

Rechts unten als Beispiel ein mit Lehm und Löchern versehenes Zimmer in einem Insektenhotel.

Eine Kombination aus vorgefertigten Gängen (beispielswiese aus Pappe oder Schilf) und Lehm ist meiner Meinung nach daher eine sinnvolle Alternative. Sehen Sie sich dazu beispielsweise diese ökologische Nisthilfe* an. Mit dabei sind Pappröhrchen und Lehmpulver, mit dem die Röhrchen luftdicht verschlossen und in das Insektenhotel eingeklebt werden können.

Ebenfalls optimal ist es, die Nistplätze in ihrer natürlichsten Form zur Verfügung zu stellen: Als Trockensteinmauerwerk mit vielen Fugen aus Lehmmörtel. Auf natürliche Weise bilden sich hier Risse und Spalten, in die Wildbienen ihre Gänge bauen und Eier ablegen können.

So bekommen Sie Lehm als Füllung in Ihr Insektenhotel

Wollen Sie eine Lehmwand als Füllung bereitstellen, sollten Sie auf zwei Dinge besonders achten:

  • Der Lehm darf nicht hart sein – je mehr Sandanteile, desto besser
  • Strohrest, Steine oder Kies behindern Insekten beim Graben der Gänge und sollten daher nicht in der Lehmwand mitverarbeitet werden.

Was Sie natürlich schon machen können, ist im Lehm bereits vorgefertigte Nistgänge bereitzustellen. Manche Bienenarten bauen diese Gänge zusätzlich aus, manche nutzen sie gleich zum Nisten. Wesentlich dabei ist, dass die Eingänge nicht scharfkantig sind. Ideal eignen sich Bambusröhrchen, Schilf oder auch Pappröhrchen*.

Das Mischungsverhältnis

Beachten Sie: Ist zu viel Sand im Lehm enthalten, kann die Masse aber auch instabil werden und bröckeln oder reißen. Finden Sie daher das richtige Mischungsverhältnis, wenn Sie den Lehm selber mischen. In aller Regel beträgt ein gutes Mischverhältnis Lehm zu Sand 1:1.

Sie können das richtige Verhältnis aber auch im Selbsttest herausfinden:

  • 1. Schritt: Formen Sie kleine Kügelchen mit verschiedenen Mischverhältnissen, die Sie sich notieren
  • 2. Schritt: Nach der Trocknung kratzen Sie mit ihren Nägeln an den Kugeln. Funktioniert es, können auch Bienen darin graben. Alles andere wäre zu hart.

So stellen Sie den Lehm bereit

Wenn Sie das richtige Mischungsverhältnis gefunden haben, können Sie damit zum Beispiel einen Tontopf befüllen.

Füllen Sie den Lehm dabei Schichtweise auf und drücken Sie ihn dazwischen immer gut fest. Wenn Sie das erledigt haben, können Sie ein paar unterschiedlich große Löcher in den Lehm drücken. Diese dienen als vorgefertigte Gänge, in denen die Insekten weitergraben können. Beachten Sie dabei:

  • Keine scharfen Kanten und Ecken
  • Durchmesser von etwa 2 mm bis 10 mm (alles darüber wird kaum angenommen). 5 bis 8 mm sind meiner Erfahrung nach häufig genutzte Lochdurchmesser (sehen Sie sich dazu auch dieses Set* an).
  • Achten Sie auf eine gute Belüftung, damit sich keine Schimmel bilden können.
  • Der Lehm sollte immer vor Feuchtigkeit geschützt sein. Lehm bindet Feuchtigkeit – das ist weder für die Insekten noch für das Material selbst ideal (es ändert das Volumen bei Feuchtigkeitszunahme und schwindet beim Austrocknen).

Wenn Sie es schaffen, (weichen) Lehm in einem guten Mischungsverhältnis und in möglichst natürlicher Form in Ihrem Garten oder in einem Insektenhotel zur Verfügung zu stellen, werden Sie überrascht sein, wie schnell und wie viele Bienen sich ansiedeln. Passiert das nicht, ist meist entweder der Lehm ungeeignet oder der Standort nicht der richtige.

Wollen Sie eine vorgefertigte Nisthilfe mit Lehmzusätzen, bietet sich beispielsweise diese hier an:

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Letzte Aktualisierung: 3.08.2021, Bilder von amazon.de


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