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Ratgeber über Insektenhotels und Nützlingsunterkünfte

Welches Holz für ein Insektenhotel verwenden?

DER wichtigste Baustoff bei der Errichtung eines Insektenhotels ist zweifelsohne Holz. Aus diesem Material besteht zumeist die Außenhaut und auch etliche Füllungen können aus Holz oder aus holzähnlichen Materialien gemacht sein. In diesem Artikel erkläre ich, welches Holz für ein Insektenhotel geeignet ist und auf was Sie bei der Auswahl achten sollten.

Unterschied zwischen Hartholz und Weichholz

Ganz grundlegend unterscheidet man bei Hölzern zwei Arten – Weichholz und Hartholz. Sie haben wahrscheinlich schon einmal gehört, dass zum Beispiel die Ulme ein sehr hartes Holz ist, während man landläufig Weide als Weichholz bezeichnet. Das merken Sie besonders dann, wenn Sie dieses Holz schneiden, ritzen, sägen oder sonst wie bearbeiten möchten. Bei Weichholz ist das alles viel leichter und einfacher möglich.

Den Unterschied macht die sogenannte Darrdichte aus. Dabei handelt es sich um einen Indikator, der auf der faserdichte des Holzes beruht. Je dichter diese sind, desto härter das Holz. So haben sehr harte Hölzer eine Darrdichte von mindestens 550 kg/m³. Alles, was darunter liegt, ist Weichholz.

Welches Holz für ein Insektenhotel verwenden?

Für Insektenhotels eignen sich ausschließlich Harthölzer. Das hat mehrere Gründe:

Verwenden Sie in einem Insektenhotel nur Hartholz!

  • Hartholz ist robuster und widerstandsfähiger und hat schon alleine aufgrund dieser Eigenschaften Vorteile (nicht nur bei Insektenhotels).
  • Das Bohren (von Löchern) in harte Hölzer ist deswegen besser, weil es weniger fasrig ist und eher selten zur Rissbildung neigt (die Fasern stellen sich in den späteren Brutgängen bei Feuchtigkeit auf und verletzt die ohnehin sehr zarten Bienenflügel).
  • Die Ränder der Bohrlöcher werden viel sauberer und müssen nicht immer nachbearbeitet werden.
  • Hartholz neigt im Gegensatz zu weichen Nadelhölzern kaum zum Harzen.

Hier eine Auflistung nach der Härte (absteigend) über mögliche Harthölzer für das Insektenhotel*, mit dem Hinweis, dass Eschenholz besonders geeignet ist, da es fast kaum zur Rissbildung neigt:

  • Pflaume (750 kg/m³)
  • Apfel (730 kg/m³)
  • Hainbuche (720 kg/m³)
  • Birne (680 kg/m³)
  • Rotbuche (680 kg/m³)
  • Eiche (660 kg/m³)
  • Kastanie (650 kg/m³)
  • Birke (640 kg/m³)
  • Esche (640 kg/m³)
  • Walnuss (610 kg/m³)
  • Haselnuss (610 kg/m³)
  • Ahorn (600 kg/m³)
  • Ulme (600 kg/m³)
  • Holunder (550 kg/m³)

Auf das sollten Sie bei der Verwendung von Hartholz noch achten

Hier habe ich noch ein paar Tipps für Sie, was Sie bei der Verarbeitung von Harthölzern in einem Insektenhotel noch beachten sollten:

Welches Holz für ein insektenhotel? Nutzen Sie jedenfalls nur unbehandeltes und naturbelassenes Holz.

Das zu verarbeitende Holz sollte jedenfalls abgelagert und trocken sowie entrindet sein.

Das Holz sollte auf alle Fälle unbehandelt und frei von chemischen Substanzen sein. Auch das Streichen und Lasieren ist meiner Ansicht nach für ein Insektenhotel entbehrlich. Wollen Sie das dennoch, habe ich hier Tipps für Sie: Insektenhotel streichen und lackieren.

Bohren Sie tunlichst (auch bei Harthölzern) nicht ins Hirnholz. Die Besiedelung ist dort eher gering und das Hirnholz neigt extrem zum Reißen. Darüber habe ich hier einen ganzen Artikel veröffentlicht: Ein Insektenhotel aus einer Baumscheibe selber bauen.

Beachten Sie auf jeden Fall die empfohlenen Lochdurchmesser und gangtiefen bei Bohrungen in Hartholz: 2 mm bis 9 mm im Durchmesser sind ideal (wobei der Großteil der Bohrungen 3 mm bis 6 mm betragen sollte). Je tiefer die Bohrung, desto besser. Tiefen von weniger als 7 cm sind meiner Meinung nach ungeeignet – zumindest 10 cm sind auf jeden Fall zu bevorzugen.

Wo kann man Hartholz für ein Insektenhotel herbekommen?

Hier sind Ihrer Phantasie kaum Grenzen gesetzt:

  • Haben Sie Hölzer im Garten daheim, können Sie sich aus Ästen Stücke heraussuchen, die Sie verwenden können. Eventuell steht ja ohnehin ein Baumschnitt an – dann können Sie Teile davon trocknen und dann für ein Insektenhotel* nutzen.
  • Wenn das nicht der Fall ist, können Sie auf Material von Tischlern, Zimmermeistern oder auch Sägewerken (so Sie eines in der Nähe haben) zurückgreifen.
  • Im Baumarkt finden Sie möglicher Weise das eine oder andere brauchbare Holz – hier ist es aber wichtig auf die Naturbelassenheit Rücksicht zu nehmen.
  • Auch im Internet können Sie Hartholz bestellen – einfach nach Quellen dazu googeln.

Wenn Ihnen der Aufwand allerdings zu hoch ist, können Sie sich eine fix fertige Nisthilfe aus Hartholz mit Bohrungen besorgen. Ich habe hier eine für Sie abgebildet, die Sie sich mit einem Klick auf Amazon auch ansehen können:

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Letzte Aktualisierung: 29.11.2020, Bilder von amazon.de


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