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Ratgeber über Insektenhotels und Nützlingsunterkünfte

Rote Mauerbiene: Gerngesehener Gast im Insektenhotel

Die rote (oder auch Rostrote) Mauerbiene wurde im Jahr 2019 zum Insekt des Jahres in Österreich, Deutschland und der Schweiz gewählt. Sie ist einer der solitär lebenden Wildbienen, die sich so gut wie überall ansiedelt und daher ideal für das eigene Insektenhotel geeignet ist. Erfahren Sie hier alles über dieses Insekt, seine Lebensweise, Schlüpfzeit und Eigenschaften.

Steckbrief

  • Deutscher Name: Rote Mauerbiene (auch Rostrote Mauerbiene)
  • Wissenschaftlicher Name: Osmia Bicornis
  • Familie: Bienen
  • Ordnung: Hautflügler
  • Lebensraum: Hauptsächlich Siedlungsbereiche, Waldränder, Streuobstwiesen, Steinbrüche, etc.
  • Vorliebe für (Auswahl): Stechpalme, Raps, Rote Heckenkirsche, Hufeisenklee, Schlehe, Weide, Wiesensalbei
  • Flugzeit: Etwa Anfang April bis Mitte Juni
  • Körperlänge: 9 bis 14 mm
  • Männchen: Weiße Gesichtsbehaarung, auffallend lange Fühler
  • Weibchen: Hornartige Fortsätze am Kopfschild (ähnlich der gehörnten Mauerbiene), braunroter Pelz, schwarze Gesichtsbehaarung, gelbrote Bauchbürste
  • Nahrung: Nektar und Pollen
  • Verbreitung: Transkaukasien sowie in Mittel- und Südeuropa

Nestbau, Nistweise & Nisthilfe

Die rote Mauerbiene ist ein wahrer Allrounder, was den Nestbau betrifft. Kaum eine Spalte, die Sie nicht besiedelt. Egal ob alte Türschlösser, Mauerritzen, Streichholzschachteln oder alte Nester von Pelzbienen – es gibt fast nichts, wo sie nicht nisten. Daher ist die Besiedelungswahrscheinlichkeit auch in Ihrem Insektenhotel durchaus hoch.

Sie müssen aber natürlich schauen, dass die Löcher passen. Bevorzugt werden von der roten Mauerbiene Lochdurchmesser von rund 5 mm bis 7 mm zum Brüten angenommen.

Als Füllungsmaterial kommen neben Bambusröhrchen und Pflanzstängel auch Pappröhrchen* sowie Bohrungen in Harthölzern in Betracht. Bis zu 20 Brutzellen können so hintereinander entstehen, wenn die Insekten eine ausreichende Tiefe vorfinden (was leider oft nicht der Fall ist).

Gebaut werden die Zellen üblicher Weise mit Lehm oder feuchter Erde. Diese Materialien in der Nähe einer Behausung zur Verfügung zu stellen ist daher mit Sicherheit kein Fehler.

Schlüpfzeit & Lebenszyklus

Eine Entwicklung wie die der roten Mauerbiene ist ähnlich zu der vieler solitär lebender Wildbienen:

Aktiv werden die Bienen bereits im März, wobei die Männchen gut 10 bis 14 Tage vor den Weibchen dran sind.

Osmia bicornis Paarung

Paarung zweier Mauerbienen. Danach legt das Weibchen die Eier in die zuvor gebauten und mit Nahrung bestückten Brutzellen.

Nach der Paarung legen die Weibchen (bestenfalls in Ihren Insektenhotel) einen Nistgang aus Lehm an, in dem Brutzelle an Brutzelle gereiht wird – so genannte Liniennester. Diese Zellen sind durch Lehmwände getrennt.

In jeder dieser Kammer wird ein Ei abgelegt mitsamt dem Vorrat von Nektar und Pollen. Für das Einsammeln dieser Vorräte gehen einige Flüge drauf.

Ungefähr 10 Tage nach erfolgreicher Eiablage kommen die Larven zur Welt. Diese ernähren sich von den abgelegten Vorräten. Etwa im Juli verpuppt sich die Larve dann zu einem Kokon und rund 30 Tage danach schlüpft die Biene. Diese bleibt bis in das nächste Frühjahr in der Zelle.

Es ist immer so, dass in einem Liniennest vorne die Männchen sind (die ja etwa 2 Wochen vor den Weibchen aktiv werden und ausbrechen) und im hinteren Teil die Weibchen.

Danach geht der Lebens- und Schlüpfzyklus von Neuem los.

So locken Sie die rote Mauerbiene in Ihren Garten

Stellen Sie die Behausung nach Süden ausgerichtet auf. Sorgen Sie außerdem in der Nähe der Behausung (max. 250 m entfernt) für eine Wasserquelle und auch für Bäume, Sträucher sowie Blumen, die als Nahrungsquelle dienen – wie zum Beispiel diese hier (Auswahl):

  • Stechpalme
  • Sockenblume
  • Gewöhnlicher Natterkopf
  • Raps
  • Ackersenf
  • Rote Heckenkirsche
  • Zistrose
  • Hufeisenklee
  • Zaunwicke
  • Roter Wiesenklee
  • Walnuß
  • Gefleckte Taubnessel
  • Genfer Günsel
  • Wiesensalbei
  • Schlehe
  • Heckenrose

Sticht die rote Mauerbiene?

Wie auch für die gehörnte Mauerbiene gilt, dass diese Tiere in aller Regel nicht zum Stechen aufgelegt sind – es sein denn, sie werden provoziert oder auf andere Art und Weise aggressiv gemacht. Dem Grunde nach ist das Nebeneinander dieses Insekts mit uns Menschen kein Problem. Scheuen Sie sich daher nicht, eine Nützlingsunterkunft für die rote Mauerbiene bei sich im Garten aufzustellen.

Vom Lochdurchmesser her könnten sich zum Beispiel in diesem Insektenhotel die rote Mauerbiene ansiedeln:

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Letzte Aktualisierung: 29.11.2020, Bilder von amazon.de


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